Gesichter des Stahls.

Steel Worker.

Mein Auftrag zur 300-Jahr-Feier des Unternehmens: eindrückliche Porträts der verschiedenen Abteilungen. Ein Ort hatte es mir besonders angetan. Die Stahlkocher.

Fast nirgends spürt man die archaische Kraft der Stahlverarbeitung, des Schmiedens mehr als hier. Feuer, Erz, die Luft brennt, die Ohren sind taub vom Krach der riesigen Maschinen. Meine Deardorff 8x10 aus den zwanziger Jahren. Meine Optik eine alte Schneider 300mm 5.6, irgendwo um 1900 gebaut.

Klassische 8x10 Plattenkamera. Schwarzweiß. Ein Blatt Film.

Die Männer kommen direkt vom Tiegel. Schweiß im Gesicht, Ruß an den Händen, Werkzeug noch im Griff. Kein Umziehen, kein Abwischen, kein Moment zum Sammeln. Sie werden kurz aus dem Prozess gerissen und vor eine weiße Wand gestellt.

Im Hintergrund schwankt der Tiegel. Der Stahl kocht, der Stahl wartet nicht. Wir haben eine Minute. Zwei, wenn es gut läuft.

Ein Blick durch den Mattscheibensucher. Die Platte wird geladen. Der Schieber gezogen. Stille. Konzentration. Ein Schuss. Dann springt der Stahlkocher zurück an seinen Platz. Der Prozess geht weiter, er muss weitergehen.

Was bleibt, ist dieser eine Moment. Kein Filter, keine Pose, keine Zeit sich zu verstecken. Zwei Männer, ein Blick, ein Klick.

Der Stahl kennt keine Geduld. Die Kamera auch nicht. Was sie verlangt, ist Präsenz.

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Behind the Stage with MCO